Klinik für Hämatologie / Onkologie rezertifiziert

HAMM. Dieses Therapieverfahren, das für viele Patienten die einzige Heilungschance bedeuten kann, stellt höchste Anforderungen an die Qualifikation der Ärzte, die Gesundheits- und Krankenpflege sowie die apparative und räumliche Ausstattung. Chefarzt Dr. Dr. Heinz Albert Dürk dankt dem gesamten Team der Klinik für Hämatologie/Onkologie für seine engagierte Arbeit. "Die Rezertifizierung erfüllt unsere Klinik mit Stolz."

 

Mit dem Qualitätszertifikat "Stammzelltransplantation" war das St. Marien-Hospital erstmals 2001 ausgezeichnet worden. In regelmäßigen Abständen erfolgt die Überprüfung (Rezertifizierung). "Die hohen Anforderungen erfordern umfangreiche fachliche und räumliche Voraussetzungen", so der Chefarzt. Das Zertifizierungsverfahren wird von der "Konzertierten Aktion Stammzelltransplantation" in Abstimmung mit den Spitzenverbänden und den medizinischen Diensten der Krankenkassen, den Ärztekammern sowie dem Paul-Ehrlich-Institut unter Beachtung internationaler Regularien durchgeführt. Die Kommission setzt sich aus namhaften Vertretern der Hämatologie/Onkologie, Strahlentherapie, Transfusionsmedizin, der gynäkologischen Onkologie sowie des medizinischen Dienstes zusammen.

 

"Mit dem Zertifikat wird das Ziel eines europaweit vergleichbaren Qualitätssicherungsnachweises im Bereich der klinischen Transplantationseinheiten verfolgt", erläutert Dr. Dürk weiter. Einen wichtigen Punkt der Zertifizierung bildet die Kompaktheit und Abgestimmtheit der Tumorbehandlung. "Tumorpatienten können im St. Marien-Hospital medikamentös und strahlentherapeutisch behandelt werden", so der Hämatologe/Onkologe weiter, "wobei auch die Ganzkörperbestrahlung möglich ist". Ein weiterer Pluspunkt: In der hauseigenen Klinik für Nuklearmedizin kann der erste in Deutschland zugelassene radioaktive Antikörper gegen das B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) eingesetzt und im Rahmen einer Hochdosis-Chemotherapie-Studie unseren Patienten verabreicht werden. Hinzu kommen die chirurgischen Möglichkeiten in der Klinik Nassauerstraße.

 

"Als wichtiger Vorteil für die Zertifizierung wurde von der Kommission besonders die internistische Intensivstation in der Klinik Knappenstraße angesehen, die nur wenige Meter von der Klinik für Hämatologie/Onkologie entfernt liegt. Auf ihr können hämatologische Notfälle 24 Stunden am Tag aufgenommen und falls erforderlich auch beatmet werden."

 

Hoch ist auch der Hygieneaufwand in den Zimmern der hochdosistherapierten Patienten. Da ihr Immunsystem während der Behandlung stark in Mitleidenschaft gezogen wird, dürfen keinerlei Krankheitserreger in die Umgebung gelangen. Der Aufwand geht hin bis zu speziellen Bakterienfiltern in den Wasserhähnen.

 

Die fachliche Qualifikation war für den Zertifizierungserfolg ebenfalls ausschlaggebend. Vorgelegt werden müssen neben entsprechenden Zeugnissen auch Nachweise von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen – sowohl von Ärzten als auch von Fachpflegekräften. Chefarzt Dr. Dürk hatte sich bereits während seiner Facharztausbildung mit der Hochdosis-Chemotherapie beschäftigt und war Mitglied des Transplantationsteams an der Universität Tübingen. Auch der Erfahrungshorizont ist für die Zertifizierung von erheblicher Bedeutung. "Hochdosis-Chemotherapien werden von uns seit dem Herbst 1999 durchgeführt", erläutert der Hämatologe/Onkologe. "In diesem Zeitraum haben wir über 100 Patienten mit dieser Therapie behandelt."

Erläuterung:

Eine Blutstammzelltransplantation kann notwendig werden, wenn eine schwerwiegende Krebserkankung eine (Hochdosis-) Chemotherapie erforderlich macht. Da diese aber das eigene blutbildende System schwer schädigen kann, werden dem Patienten vor Beginn der Behandlung gesunde Stammzellen entnommen (autolog), die ihm nach der Therapie wieder zurückgegeben werden. Eine weitere Option stellt die Fremdspende dar (allogen). Eine Blutstammzelltransplantation macht eine Hochdosis-Chemotherapie erst möglich.

Mit einer Hochdosis-Chemotherapie werden im St. Marien-Hospital Hamm bösartige Lymphknotentumore, das Multiple Myelom (bösartige Erkrankung des Immunsystems), Leukämien und auch Hodentumore behandelt. Den Patienten wird eine Teilnahme an deutschlandweiten und internationalen Therapieoptimierungsstudien angeboten, die die Wirksamkeit der Behandlungen weiter verbessern.

Quelle: Hamm-TV

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dr. Dr. Heinz A. Dürk - Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Hämatologe und Onkologe in Hamm (Westf.), Krebsspezialist und Arzt des Jahres 2005.